Matera Guide www.Matera-Guide.com Die Stadt aus Stein – Reisen, Erleben, Entdecken
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Über hundert Kirchen sind rund um Matera in den Fels geschlagen. Viele sind schlichte Höhlen, manche tragen byzantinisch geprägte Fresken, die tausend Jahre alt sind. Sie sind der zweite Grund – neben den Sassi selbst –, warum diese Landschaft zum Welterbe gehört.

Wie sie entstanden

Die Felsenkirchen gehen auf Mönche und Einsiedler zurück, die sich im Mittelalter in den Schluchten der Murgia niederließen. Aus einfachen Zellen wurden Kapellen, aus Kapellen Klosterkirchen mit Apsiden, Säulen und Kuppeln – alles nicht gebaut, sondern aus dem Stein herausgearbeitet.

Das ist der entscheidende Unterschied zu jedem anderen Kirchenbau: Hier wurde nichts gesetzt, sondern weggenommen. Ein Pfeiler steht nicht, weil man ihn errichtet hat, sondern weil man ihn stehen ließ. Wo eine Wand schief verläuft, folgt sie einer Schicht im Gestein. Und weil man einen Fehler nicht zurücknehmen kann, sind die Räume von einer Vorsicht geprägt, die man ihnen ansieht.

Innerhalb der Stadt

In den Sassi selbst lassen sich mehrere Felsenkirchen zu Fuß verbinden. Sie geben zusammen einen guten Eindruck von der Bandbreite – von der schmucklosen Höhle bis zum vollständig ausgemalten Kirchenraum:

Im Park der Murgia

Jenseits der Schlucht, im Parco della Murgia Materana, liegen weitere Felsenkirchen verstreut in der Landschaft. Man erreicht sie auf Wanderwegen; für einige empfiehlt sich eine Führung, weil sie sonst schwer zu finden oder verschlossen sind. Bekannt sind Madonna delle Tre Porte und die Cripta del Peccato Originale mit den bedeutendsten Fresken der Region.

Daneben trägt eine lange Reihe kleinerer Kirchen eigene Namen, ohne dass es zu jeder mehr zu sagen gäbe als ihre Lage: Santa Barbara, Madonna delle Vergini, Santa Maria della Vaglia, Madonna delle Croci, San Falcione, San Vito dei Lombardi, Sant’Agnese, San Nicola all’Appia, Cristo la Gravinella, San Francesco a Chiancalata, Cappuccino Vecchio, Santa Maria de Armenis, Santo Spirito, Sant’Eustachio, Santa Maria della Palomba, Madonna dell’Abbondanza, Madonna degli Angeli, Madonna di Monteverde, San Pietro in Principibus und Madonna della Croce. Wer den Park durchwandert, stößt auf einige davon; die meisten sind verschlossen und von außen kaum als Kirche zu erkennen.

Die Fresken

Die Malereien stammen aus verschiedenen Jahrhunderten und Traditionen. Byzantinisch geprägte Heiligenbilder mit strenger Frontalansicht stehen neben späteren, westlich beeinflussten Schichten – oft unmittelbar übereinander, weil man auf den vorhandenen Putz weitermalte. An manchen Stellen sieht man drei Epochen an einer Wand.

Weil Feuchtigkeit und Salze dem Kalkstein zusetzen, sind viele Fresken empfindlich. Blitzlicht ist deshalb in der Regel nicht erlaubt, und einige Räume dürfen nur von wenigen Personen gleichzeitig betreten werden. Das ist keine Schikane, sondern der Grund, warum überhaupt noch etwas zu sehen ist.

Praktisch

Drinnen ist es ganzjährig kühl und oft feucht; eine dünne Jacke ist auch im August sinnvoll. Die Böden sind uneben, Stufen selten gesichert. Mehrere der städtischen Kirchen werden über ein gemeinsames Ticket verwaltet – für die abgelegenen im Park lohnt eine geführte Tour, allein schon, weil man sie sonst nicht findet.

Noch zu ergänzen: Öffnungszeiten, Ticketsystem und Zutrittsregelungen der einzelnen Kirchen. Diese ändern sich saisonal und je nach Träger.

Weiterlesen

  • Blick von der Murgia über die Gravina-Schlucht auf die Sassi von Matera, im Hintergrund der Turm der Kathedrale.
  • In den Fels gebaute Kirche auf einem Felsvorsprung über den Dächern des Sasso Caveoso.
  • Chiesa Rupestre dello Spirito Santo
  • Chiesa Rupestre dello Spirito Santo
  • Chiesa Rupestre dello Spirito Santo
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  • Chiesa Rupestre Madonna del Idris