Die erste Niederlassung benediktinischer Nonnen in Matera – und eine der Felsenkirchen mit den eindrücklichsten Fresken. Später wurde in denselben Räumen gewohnt.
Kloster im Fels
Santa Lucia alle Malve gehörte zu einem Frauenkloster, das im Mittelalter im Sasso Caveoso entstand. Der Kirchenraum ist vollständig aus dem Fels gearbeitet, mit Pfeilern, Bögen und Nischen, die eine gebaute Architektur nachbilden. Die Nonnen lebten in angrenzenden Höhlen; Kirche, Wohnraum und Wirtschaftsräume lagen unmittelbar nebeneinander.
Der Beiname alle Malve verweist auf die Malven, die an diesem Hang wuchsen – eine Ortsangabe aus einer Zeit, in der Straßennamen unüblich waren.
Die Malereien
An den Wänden haben sich Heiligenbilder aus mehreren Jahrhunderten erhalten. Sie zeigen, wie sich die Bildsprache verändert hat: von strengen, frontal ausgerichteten byzantinisch geprägten Figuren zu weicheren, erzählenden Darstellungen. Bekannt ist unter anderem eine Marienfigur, die das Kind stillt – ein Motiv, das im Mittelalter selten und deshalb besonders beachtet ist.
Weil hier über Jahrhunderte weitergemalt wurde, überlagern sich die Schichten. An den Rändern beschädigter Stellen sieht man ältere Bilder unter jüngeren durchscheinen.
Nach dem Kloster
Als das Kloster aufgegeben wurde, dienten Teile der Anlage als Wohnraum – bis in die Zeit der Räumung. Diese Doppelnutzung ist bis heute ablesbar und typisch für Matera: Sakralbau und Wohnhöhle sind hier keine getrennten Welten. Ein geweihter Raum wurde nicht abgerissen, sondern weiterbenutzt.
Praktisch
Die Kirche liegt am Hang oberhalb der Schlucht; der Zugang führt über Treppen. Drinnen ist es kühl und dämmrig – die Augen brauchen einen Moment, bevor die Fresken sichtbar werden. Blitzlicht ist nicht erlaubt.
Weiterlesen
- Santa Maria de Idris – die Felsenkirche im Monterrone nebenan
- Sasso Caveoso – das Viertel, in dem sie liegt
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