Vier Felskirchen um einen gemeinsamen Hof – später Weinkeller, heute wieder zugänglich. Eine Anlage, die zeigt, wie beweglich der Umgang mit geweihten Räumen war.
Vier Kirchen, ein Hof
Das Convicinio liegt im Sasso Caveoso und besteht aus vier nebeneinanderliegenden Felskirchen, die sich einen Vorhof teilen. Die Anlage geht auf das 12. bis 13. Jahrhundert zurück. Der Hof ist dabei mehr als Erschließung: Er ist dieselbe Bauidee, die auch die Wohnhöfe der Sassi bestimmt – mehrere Räume um eine gemeinsame Mitte, siehe Höfe und Felsgärten.
Zweites Leben
Nachdem der kirchliche Gebrauch endete, wurden die Räume als Keller und Lager genutzt – unter anderem für Wein. Spuren dieser Nutzung sind bis heute sichtbar, etwa eingelassene Becken und Vertiefungen im Boden. Was aus heutiger Sicht wie eine Entweihung wirkt, war damals Vernunft: Der Raum war da, kühl und trocken, und niemand baute etwas Neues, wenn Vorhandenes taugte.
Was zu sehen ist
Reste von Fresken, in den Fels gearbeitete Altäre und Apsiden sowie der gemeinsame Hof, der die vier Eingänge zusammenfasst. Die Kirchen unterscheiden sich in Größe und Ausarbeitung deutlich voneinander – nebeneinander gesehen wird ablesbar, wie unterschiedlich aufwendig solche Räume angelegt wurden.
Praktisch
Die Anlage liegt etwas abseits der Hauptwege im Caveoso und ist deshalb meist ruhig. Der Zugang führt über Stufen; drinnen ist es kühl.
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