Die „Sixtinische Kapelle der Felsenkirchen“ liegt einige Kilometer außerhalb der Stadt – und zeigt die ältesten und bedeutendsten Wandmalereien der Region.
Wo sie liegt
Die Krypta wurde in eine Felswand über einem Tal außerhalb Materas geschlagen, abseits der Straße und ohne jede Bebauung ringsum. Von außen ist sie kaum als Bauwerk zu erkennen – eine Öffnung im Fels, mehr nicht. Genau das hat sie über Jahrhunderte geschützt.
Die Bilder
Dargestellt sind Szenen aus der Schöpfungsgeschichte – unter anderem die Erschaffung des Menschen und der Sündenfall, dem die Krypta ihren Namen verdankt – daneben Reihen von Heiligen: Apostel, Erzengel, Marienbilder. Die Malereien stammen aus dem frühen Mittelalter und gelten als die bedeutendsten ihrer Art in Süditalien.
Auffällig sind die kräftigen roten Blüten, die die Bildfelder voneinander trennen. Sie haben dem unbekannten Maler den Notnamen „Meister der Blumen von Matera“ eingetragen – ein Hilfsname, wie ihn die Kunstgeschichte vergibt, wenn eine Handschrift erkennbar ist, aber kein Name überliefert.
Warum der Besuch geregelt ist
Die Krypta ist nicht frei zugänglich. Der Besuch findet nur mit Anmeldung und in Begleitung statt, in kleinen Gruppen und mit begrenzter Aufenthaltsdauer. Das hat konservatorische Gründe: Die Malereien reagieren empfindlich auf Feuchtigkeit, Atemluft und Licht. Jede zusätzliche Person im Raum verändert das Klima messbar.
Wer spontan hinfährt, steht deshalb vor einer verschlossenen Tür. Der Termin gehört zur Reiseplanung, nicht zum Tagesablauf.
Anfahrt
Ohne Auto ist die Krypta schwer zu erreichen; öffentliche Verbindungen gibt es praktisch nicht. Viele Anbieter in Matera nehmen sie in geführte Touren auf, teils in Verbindung mit anderen Felsenkirchen im Umland – das ist für die meisten der einfachste Weg.
Weiterlesen
- Felsenkirchen in und um Matera – der Überblick über die Gattung
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