Matera liegt günstig zwischen Basilikata und Apulien. Mehrere lohnende Ziele sind in einer knappen Autostunde erreichbar, andere brauchen einen ganzen Tag – und eines sogar zwei. Diese Übersicht sortiert sie nach Entfernung und Richtung; jeder Ort hat seinen eigenen Beitrag mit Sehenswürdigkeiten, Anreise und Tipps.
Gleich vor der Tür: eine halbe Stunde
Montescaglioso
Die „Stadt der Klöster“ mit der Benediktinerabtei San Michele Arcangelo, zwanzig Kilometer südlich. Dazu Felsenkirchen im Murgia-Park und der alte Karneval. Das nächstgelegene große Ziel überhaupt.
Miglionico
Das Castello del Malconsiglio, in dem sich 1485 die Barone gegen den König von Neapel verschworen – und in der Hauptkirche ein achtzehnteiliger Altar von Cima da Conegliano.
Apulien: Trulli, Küste und Kastelle
Alberobello
Die Trulli – runde Steinhäuser mit Kegeldach – stehen wie Matera auf der Welterbeliste. Der Ort ist touristisch stark frequentiert; früh oder spät am Tag ist es angenehmer.
Polignano a Mare und Monopoli
Zwei Küstenorte an der Adria: Polignano mit der berühmten Bucht zwischen den Felswänden, Monopoli mit Hafen und Altstadt. Gute Ziele für einen halben Tag mit Bademöglichkeit.
Altamura und Gravina in Puglia
Altamura ist für sein Brot bekannt, Gravina für die Schlucht, die den Ort teilt, und die Brücke darüber. Beide liegen auf dem Weg Richtung Bari.
Castel del Monte
Das achteckige Kastell Friedrichs II. steht allein auf einem Hügel der Murgia – streng, geometrisch und ohne Vergleich.
Bari
Die Hauptstadt Apuliens mit Basilika San Nicola, Altstadt und Hafen – der nächste Flughafen und ein ganzer Tag Stadt.
Nach Süden: Calanchi und Ionisches Meer
Craco
Ein verlassenes Bergdorf südlich von Matera, wegen Hangrutschungen aufgegeben. Die Ruinen sind nur mit Führung zugänglich und geben ein eindrucksvolles Bild ab.
Pisticci
Rund zweihundert weiße Häuser in Reihen am Hang – das Viertel Dirupo, entstanden nach einem Erdrutsch von 1688. Dazu Calanchi und der Amaro Lucano.
Metaponto und die ionische Küste
Reste griechischer Tempel in der Ebene, dazu lange Sandstrände – die Gegenrichtung zur Adria und im Sommer die nähere Badeoption.
Bernalda
Über Metapont auf dem Hügel: normannische Burg, ein gut einen Kilometer langer Corso für die abendliche Passeggiata und der Familienort von Francis Ford Coppola.
Aliano
Der Ort, in den Carlo Levi 1935 verbannt wurde und über den er „Christus kam nur bis Eboli“ schrieb. Haus der Verbannung, sein Grab und die eindrucksvollsten Calanchi Italiens.
Tursi und die Rabatana
Ein von Sarazenen gegründetes Viertel auf einem Felssporn, dazu das romanische Sanktuarium von Anglona weithin sichtbar über der Ebene.
Nach Norden: Berge und Vulture-Land
Tricarico
Normannischer Turm, arabisches Viertel und ein Karneval mit Kuh- und Stiermasken – ein Bergort auf dem Weg nach Potenza.
Accettura
Zu Pfingsten heiraten hier zwei Bäume: das „Maggio“, eines der eindrucksvollsten Feste Süditaliens. Ringsum der Wald von Gallipoli Cognato.
Acerenza
Ein Bergdorf über dem Bradano-Tal mit einer Kathedrale, die größer ist, als der Ort erwarten lässt.
Venosa
Römische Ausgrabungen, jüdische Katakomben und die unvollendete normannische Basilika – dazu das Weinland des Aglianico del Vulture.
Melfi
Die Burg Friedrichs II. mit dem Museum, dazu eine Altstadt im Schatten des Vulture. Lässt sich gut mit Venosa an einem Tag verbinden.
Weiter weg: das Tyrrhenische Meer
Maratea
Die andere Küste der Basilikata: Felsen, Buchten und eine 22 Meter hohe Christusstatue über dem Golf von Policastro. Dreieinhalb bis vier Stunden Fahrt – lohnt nur mit Übernachtung.
Wie man plant
Für die Ziele bis etwa eine Stunde Fahrzeit genügt ein halber Tag. Alles weiter weg – Aliano, Tursi, Accettura, das Vulture-Land – braucht einen ganzen Tag, weil die letzten Kilometer meist Bergstraße sind. Öffentliche Verbindungen gibt es fast nur nach Montescaglioso, Bari und Metaponto; für die übrigen Orte braucht es ein Auto oder eine geführte Tour.
Wer wenig Zeit hat, findet in Matera in 3 Tagen den Hinweis, wann ein Ausflug wirklich hineinpasst.