Von weitem sieht Pisticci aus wie ein weißer Streifen am Hang: rund zweihundert gleiche, weiß gekalkte Häuser mit spitzem Giebel, in Reihen übereinander gestaffelt. Das Viertel heißt Dirupo, „Abbruch“, und ist nach einem Erdrutsch von 1688 so entstanden. Dazu kommen die Calanchi, die kahlen Tonschluchten – und ein Kräuterlikör, den halb Italien kennt.
Pisticci liegt auf 364 Metern über dem Basento-Tal, rund 16.500 Menschen leben in der Gemeinde, deren Gebiet mit über 230 Quadratkilometern eines der größten der Basilikata ist. Die Altstadt gliedert sich in sechzehn Rioni; der bekannteste ist der Dirupo.
Was Pisticci besonders macht
1688 riss ein großer Erdrutsch den Hang unter dem Ort weg. Beim Wiederaufbau entstanden am Abbruch etwa zweihundert nahezu gleiche Häuser, weiß gekalkt, mit spitzem Giebel und in Reihen gestaffelt – bewusst niedrig und leicht, damit der Untergrund sie trägt. Das Ergebnis ist eines der ungewöhnlichsten Ortsbilder Süditaliens.
Sehenswürdigkeiten in Pisticci
Rione Dirupo
Den besten Blick auf das weiße Viertel hat man von den Aussichtspunkten oberhalb, am schönsten am späten Nachmittag, wenn die Sonne flach auf die Fassaden fällt. Zwischen den Häusern läuft man durch enge Gassen und über Treppen.
Chiesa Madre dei Santi Pietro e Paolo
Die Hauptkirche über dem Ort ist dreischiffig und wird von einer halbrunden Kuppel bekrönt. Von ihrem Vorplatz reicht der Blick weit über das Tal.
Convento mit Sonnenuhr
Der frühere Konvent beherbergt heute Ämter der Gemeinde; im Kreuzgang ist eine historische Sonnenuhr erhalten.
Abbazia Santa Maria La Sanità del Casale
Die Benediktinerabtei außerhalb des Ortes geht auf die Zeit um 1087 zurück. 1991 war sie Ziel eines Papstbesuchs.
Calanchi
An den Westhängen fällt der Tonboden in tiefe, vegetationslose Rinnen ab – dieselbe Landschaft, die auch Craco umgibt. Für Fotos ist frühes oder spätes Licht entscheidend.
Amaro Lucano
Der Kräuterlikör Amaro Lucano wird seit 1894 hier hergestellt; auf dem Etikett trägt eine Frau die alte Tracht der Gegend. Das Unternehmen hat seinen Sitz in der Gemeinde und ein eigenes Museum – wer es besuchen will, meldet sich vorher an.
Marina di Pisticci
Zur Gemeinde gehört ein Küstenabschnitt bei San Basilio mit Strand und Ferienanlagen, rund eine halbe Stunde Fahrt vom Ort entfernt.
Anreise von Matera
Mit dem Auto rund 50 bis 60 Kilometer über die SS 7 und die SS 407 Basentana, etwa 50 bis 70 Minuten. Öffentlich fahren Busse, meist mit Umstieg; der Bahnhof liegt unten im Tal weit außerhalb des Ortes. Für den Ausflug ist das Auto die vernünftige Wahl.
Beste Reisezeit
April bis Juni und September bis Oktober. Im Sommer ist der Hang mittags gleißend hell und heiß. Patronatsfest ist San Rocco vom 15. bis 18. August – der Heilige gilt seit der Pest von 1656 als Beschützer des Ortes.
Gut zu verbinden
Pisticci liegt auf dem Weg von Matera zur ionischen Küste und lässt sich mit Bernalda oder einem Nachmittag am Meer verbinden. Wer die Calanchi-Landschaft mag, hängt Craco an.