Matera Guide www.Matera-Guide.com Die Stadt aus Stein – Reisen, Erleben, Entdecken
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Zwanzig Kilometer von Matera liegt der nächstgelegene große Ausflug – und viele fahren daran vorbei. Montescaglioso heißt „Stadt der Klöster“: Mehrere Konvente stehen im Ort, der größte davon eine Benediktinerabtei mit zwei Kreuzgängen hoch über dem Bradano-Tal. Dazu kommen Felsenkirchen im Murgia-Park und ein Karneval, der älter ist als alles Touristische.

Montescaglioso liegt auf 313 Metern auf einem Hügel zwischen Murgia und Bradano-Tal, gut 9.000 Menschen leben hier. Von den Rändern des Ortes reicht der Blick weit über die ionische Ebene. Für einen halben Tag ist Montescaglioso das naheliegendste Ziel überhaupt – mit dem Auto ist man in einer halben Stunde da.

Was Montescaglioso besonders macht

Die Lage am Rand der Murgia hat den Ort früh besiedeln lassen: Auf dem Cozzo Presepe fanden Archäologen eine Siedlung aus dem 8. und 7. Jahrhundert vor Christus, später eine griechische Befestigung, die zum Umland von Metapont gehörte. Im Mittelalter machten die Benediktiner Montescaglioso zu einem geistlichen Zentrum – 1099 gehörten der Abtei rund 12.000 Hektar Land und vierzehn Kirchen.

Sehenswürdigkeiten in Montescaglioso

Abbazia di San Michele Arcangelo

Die Abtei ist das Ziel, für das man kommt. Sie stand 1078 bereits in imposanter Form; die normannischen Grafen, unter ihnen Umfredo d’Altavilla, statteten sie großzügig aus. Was man heute besichtigt, ist überwiegend die Anlage des 15. bis 17. Jahrhunderts: zwei Kreuzgänge, Kapitelsaal, Keller und Vorratsräume, dazu Fresken des 17. Jahrhunderts. Die Bibliothek umfasste um 1650 mehrere Tausend Handschriften und Frühdrucke; 1806 verlor das Kloster seine Güter, die Bücher gingen in alle Winde. Heute ist die Abtei Museum und Kulturzentrum, in einem Teil zeigt ein Museum der bäuerlichen Kultur Werkzeug und Hausrat.

Die übrigen Klöster

Im Ort verteilt stehen weitere Konvente, darunter Sant’Agostino aus dem 14. Jahrhundert. Sie sind der Grund für den Beinamen „Stadt der Klöster“ – man läuft von einem zum nächsten in wenigen Minuten.

Kirchen

Die Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo wurde ab 1776 umgebaut, San Rocco stammt aus dem 16. Jahrhundert. Im Gemeindegebiet liegen außerdem Felsenkirchen der Murgia; sie gehören zum Parco della Murgia Materana – derselbe Park wie bei Matera, nur von seinem südlichen Ende her.

Murgia-Park und Ausblick

Wanderwege führen von Montescaglioso in die Schluchten des Parks. Wer die Murgia von der anderen Seite sehen möchte, hat hier den bequemeren Zugang als von Matera aus.

Feste

Am Abend des 5. Januar ziehen die „Cucibocca“ durch die Gassen: vermummte Gestalten mit Laterne, Nadel und Faden, die den Kindern den Mund zunähen wollen – ein Epiphanie-Brauch, den es so nur hier gibt. Der Karneval mit Umzügen an den beiden Sonntagen vor Aschermittwoch und am Faschingsdienstag gehört zu den ältesten der Basilikata. Patronatsfest ist San Rocco vom 18. bis 20. August, mit Prozession und Triumphwagen.

Anreise von Matera

Mit dem Auto rund 20 Kilometer Richtung Süden, etwa 25 bis 35 Minuten. Montescaglioso ist außerdem einer der wenigen Nachbarorte mit brauchbarer Busverbindung: Die regionalen Linien fahren mehrmals täglich, Fahrzeit etwa 35 bis 45 Minuten. Geparkt wird am Rand der Altstadt; zur Abtei führt eine kurze, aber steile Gasse.

Beste Reisezeit

Das ganze Jahr über möglich – die Abtei ist auch bei Hitze angenehm kühl. Besonders lohnend: Anfang Januar wegen der Cucibocca, Februar wegen des Karnevals, Frühjahr und Herbst für die Wanderwege.

Ein halber Tag in Montescaglioso

Vormittags die Abtei, danach ein Rundgang durch die Klöster und an den Aussichtsrand, mittags zurück nach Matera – oder weiter nach Süden zum Meer bei Metapont.