Matera Guide www.Matera-Guide.com Die Stadt aus Stein – Reisen, Erleben, Entdecken
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Zwanzig Kilometer südwestlich von Matera steht auf 461 Metern eine Burg mit einem ungewöhnlichen Namen: Castello del Malconsiglio, Burg des schlechten Rates. 1485 trafen sich hier die Barone des Königreichs Neapel, um sich gegen ihren König zu verschwören – es endete schlecht für sie. In der Hauptkirche hängt außerdem ein achtzehnteiliger Altar von Cima da Conegliano.

Miglionico ist klein, rund 2.300 Einwohner, und liegt auf einem Höhenrücken zwischen den Flüssen Bradano und Basento. Für einen halben Tag von Matera aus ist es ein ruhiges, sehr italienisches Ziel: eine Burg, eine Kirche mit einem Kunstwerk von europäischem Rang, ein paar Gassen und ein See in der Nähe.

Was Miglionico besonders macht

Der Ortsname wird überliefert auf Milone zurückgeführt, den berühmten Athleten aus Kroton im 6. Jahrhundert vor Christus. Darauf spielt das Wappen mit den sieben M an: „Milo Magnus Miles Me Munivit Magnis Muris“. Das ist Überlieferung, nicht Geschichte – belegt ist die strategische Lage, die dem Ort seine Burg eingetragen hat.

Sehenswürdigkeiten in Miglionico

Castello del Malconsiglio

Die Anlage geht auf das 8. und 9. Jahrhundert zurück und wurde im 14. und 15. Jahrhundert zur heutigen Form ausgebaut, einem langgestreckten Viereck mit Türmen. 1485 versammelten sich hier die Großen des Königreichs zur „Congiura dei Baroni“ gegen König Ferdinand I. von Neapel. Der Aufstand scheiterte, die Verschwörer wurden verfolgt und hingerichtet – seither heißt die Burg „des schlechten Rates“. Seit 2011 spielt der Ort die Verschwörung als historisches Fest nach; dann wird die Altstadt zur Kulisse.

Chiesa di Santa Maria Maggiore

Die Hauptkirche bewahrt das Polyptychon von Cima da Conegliano aus dem Jahr 1499: achtzehn Tafeln in einem Rahmen aus Pappelholz, eines der bedeutendsten Werke der venezianischen Renaissance in Süditalien. Daneben hängen weitere Bilder des 15. und 16. Jahrhunderts. Dass dieser Altar in einem Ort mit 2.300 Einwohnern steht, ist der eigentliche Grund für den Umweg.

Riserva Regionale San Giuliano

Nördlich des Ortes liegt der Stausee San Giuliano im Bradano-Tal, Naturschutzgebiet und Rastplatz für Zugvögel; ein Teil des Reservats gehört zum Gemeindegebiet. Für eine Pause am Wasser nach der Burg ist das der passende Ort.

Anreise von Matera

Mit dem Auto rund 20 bis 25 Kilometer über die SS 7 Richtung Potenza, etwa 25 bis 35 Minuten. Öffentliche Verbindungen gibt es, sie sind aber dünn und auf den Schulverkehr zugeschnitten; für einen Ausflug braucht es praktisch ein Auto.

Beste Reisezeit

Frühjahr und Herbst. Burg und Kirche sind nicht durchgehend geöffnet – vor der Fahrt bei der Gemeinde oder im Ort nachfragen. Wer die historische Nachstellung der Verschwörung sehen will, erkundigt sich nach dem Termin; er liegt in der warmen Jahreshälfte.

Gut zu verbinden

Miglionico passt auf einen Tag mit Montescaglioso – beide liegen nahe an Matera, beide brauchen nur einen halben Tag.