Matera Guide www.Matera-Guide.com Die Stadt aus Stein – Reisen, Erleben, Entdecken
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Über Tursi hängt an einem Felssporn ein eigener kleiner Ort: die Rabatana. Sarazenen sollen sie im 9. oder 10. Jahrhundert angelegt und nach ihrem Wort Rabhàdi benannt haben – Vorstadt. Bis heute wirkt das Viertel wie aus einem anderen Land, und in seiner Kirche steht ein Steinbild, für das man den Aufstieg macht. Wenige Kilometer weiter steht das Sanktuarium von Anglona allein in der Landschaft.

Tursi liegt auf 180 Metern im Süden der Provinz Matera, rund 4.700 Menschen leben hier. Der neue Ort ist unspektakulär – die Rabatana und Anglona sind es nicht. Dazu kommt ein Dichter, der mit seiner Mundart internationale Anerkennung fand.

Was Tursi besonders macht

Die Rabatana entstand um das 9. und 10. Jahrhundert. Die Überlieferung schreibt sie den Sarazenen zu, die den Platz bewohnten, erweiterten und benannten. Arabische Züge blieben in der Bauweise, in Bräuchen und im Dialekt erkennbar. Das Viertel liegt getrennt vom heutigen Ort auf einem Sporn und ist über eine steile Straße zu erreichen.

Sehenswürdigkeiten in Tursi

Rabatana

Eng gestellte Häuser, Gewölbegänge und Höfe, teils verlassen, teils wieder bewohnt. Man geht hier langsam und schaut in die Winkel; ein Rundgang dauert eine gute Stunde.

Chiesa di Santa Maria Maggiore

Die Kirche der Rabatana geht auf basilianische Mönche im 9. und 10. Jahrhundert zurück und ist der älteste Sakralbau des Ortes. Im Inneren haben sich Fresken und ein steinernes Weihnachtsbild erhalten – der Grund, weshalb die Rabatana in jedem Kunstführer der Basilikata steht.

Santuario di Santa Maria Regina di Anglona

Das Sanktuarium steht weithin sichtbar auf einem Hügel zwischen Tursi und der Küste, an der Stelle der antiken Stadt Pandosia. Es entstand im 11. und 12. Jahrhundert, romanisch, mit erhaltenen Fresken, und wurde 1999 zur Basilica minore erhoben. Wer nur eines in Tursi ansehen kann, sollte es dieses sein lassen.

Castello, Convento und Paläste

Von der gotischen Burg sind Reste erhalten, der Convento di San Francesco stammt von 1441, dazu stehen im Ort Adelspaläste wie der Palazzo Brancalasso.

Albino Pierro

Der Dichter Albino Pierro (1916–1995) schrieb in der Mundart von Tursi. Sein Wohnhaus im Rione San Michele beherbergt heute die Biblioteca Pierro und einen kleinen literarischen Park; eine Marmortafel zitiert sein Werk „Ci uéra turnè“.

Feste

Stadtpatron ist San Filippo Neri, gefeiert am 26. Mai. Am 8. September zieht die Wallfahrt zur Madonna di Anglona – der beste Tag, um das Sanktuarium nicht leer zu erleben.

Anreise von Matera

Mit dem Auto rund 70 bis 80 Kilometer, etwa eineinviertel bis anderthalb Stunden, über die SS 7 und die SS 598 beziehungsweise über die Küstenstraße und dann landeinwärts. Zur Rabatana fährt man besser hinauf; zu Fuß vom Zentrum ist der Weg sehr steil. Anglona liegt an der Straße Richtung Policoro und braucht einen eigenen kurzen Abstecher.

Beste Reisezeit

Frühjahr und Herbst. Im Frühjahr blüht das Tal, im Herbst ist Erntezeit – die Gegend lebt von Oliven und Zitrusfrüchten. Im Hochsommer ist es in der Rabatana mittags sehr heiß, ohne Schatten und ohne Café.

Gut zu verbinden

Tursi liegt im gleichen Landstrich wie Aliano, nur weiter südlich und flacher. Beides an einem Tag ist zu viel; wer zwei Tage hat, fährt am ersten nach Aliano und am zweiten über Tursi und Anglona weiter zur Küste.