Wer Matera als Ganzes sehen will, muss die Stadt verlassen. Vom gegenüberliegenden Hang der Murgia liegt sie in voller Breite über der Schlucht – es ist die Ansicht, die praktisch jede Aufnahme der Stadt zeigt.
Was man sieht
Der Aussichtspunkt liegt im Parco della Murgia Materana, jenseits der Gravina. Von dort blickt man über die Schlucht hinweg auf die gestaffelten Sassi, die Civita und den Glockenturm der Kathedrale. Erst aus dieser Entfernung wird der Aufbau der Stadt lesbar: unten die offenen Terrassen des Sasso Caveoso, in der Mitte der Felsrücken, rechts der dichter bebaute Sasso Barisano.
Zugleich sieht man, was die Stadt umgibt – eine karge Hochebene ohne Wald, in die dieselben Höhlen getrieben wurden wie gegenüber. Die Sassi sind kein Sonderfall, sondern der dichteste Punkt einer Bauweise, die die ganze Landschaft prägt.
Mit dem Auto
Eine Straße führt um die Schlucht herum auf die Hochebene; von den Parkmöglichkeiten sind es wenige Minuten zu Fuß. Das ist der einfache Weg – auch für alle, die abends zum Sonnenuntergang wollen und nicht im Dunkeln zurückwandern möchten.
Zu Fuß
Sportlicher ist der Abstieg durch die Gravina und der Gegenanstieg auf der anderen Seite. Der Weg führt über eine Hängebrücke im Talgrund und braucht je nach Route ein bis zwei Stunden pro Richtung. Feste Schuhe und ausreichend Wasser gehören dazu; im Sommer sollte man die Mittagsstunden meiden, weil es unterwegs keinen Schatten gibt.
Wer diesen Weg geht, bekommt mehr als den Blick: Der Talgrund, die Felswände und die kleinen Höhlen am Weg erklären die Stadt von unten.
Wann
Am Morgen liegt die Stadt im Gegenlicht – gut für Silhouetten, schlecht für Details. Am späten Nachmittag und zum Sonnenuntergang wird sie frontal beleuchtet; das ist die klassische Zeit. Nach Einbruch der Dunkelheit zeichnen die Lichter die Terrassen nach, und die Umrisse der Viertel treten deutlicher hervor als bei Tag.
Aktuellen Wegzustand und mögliche Sperrungen vor dem Besuch beim Park prüfen. Sentiero 406 – Ente Parco.
Weiterlesen
- Jazzo Gattini – die Anlaufstelle für den Park in der Nähe
- Neolithisches Dorf Murgia Timone – die Siedlungsspuren auf derselben Hochebene
- Aussichtspunkte in Matera – alle Blicke im Vergleich
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