Spuren einer Siedlung, die Tausende Jahre älter ist als die Sassi – und der Beweis, dass hier gesiedelt wurde, lange bevor jemand eine Höhle in den Hang trieb.
Was dort liegt
Auf der Hochebene der Murgia liegen die Reste eines jungsteinzeitlichen Dorfes: ein von Gräben umgebenes Areal, in dem Hütten standen. Solche Grabenanlagen – villaggi trincerati – finden sich mehrfach in der Region und gehören zu den ältesten Siedlungsformen Süditaliens.
Die Gräben dienten wohl zugleich der Abgrenzung, der Verteidigung und dem Zusammenhalten von Vieh. Innerhalb lagen Wohnbauten aus vergänglichem Material, von denen nur Verfärbungen im Boden geblieben sind.
Was man erkennt
Im Gelände sind die Ringgräben als flache Senken sichtbar, dazu Reste von Behausungen und Grabstellen. Ohne Erklärung sieht man wenig – mit Erklärung wird eine ganze Siedlung lesbar. Wer damit rechnet, Mauern zu sehen, wird enttäuscht; wer den Blick auf die Bodenform einstellt, sieht den Grundriss.
Zusammenhang
Die Funde aus dieser Zeit liegen zu großen Teilen im Museo Ridola in der Stadt: Werkzeuge, Keramik, Grabbeigaben. Wer beides verbindet, versteht die Abfolge – erst Dörfer auf der offenen Hochebene, später die Höhlen am Hang über der Schlucht. Die Sassi sind nicht der Anfang der Besiedlung, sondern ein späterer Schritt.
Praktisch
Der Ort liegt im Parkgebiet und ist zu Fuß von Jazzo Gattini erreichbar. Kein Schatten, keine Absperrung, keine Beschilderung, die den Zusammenhang erklärt – eine Führung oder vorheriger Museumsbesuch machen den Unterschied.
Weiterlesen
- Museo Ridola – die Funde von diesem Gelände
- Jazzo Gattini – der nächste Ausgangspunkt
- Parco della Murgia Materana – der Park ringsum