Die Kathedrale steht auf der Civita, dem Felsrücken zwischen den beiden Sassi – dem höchsten und ältesten Punkt der Stadt. Ihr Glockenturm ist von fast überall zu sehen und das verlässlichste Mittel zur Orientierung.
Der Bau
Die Kathedrale stammt aus dem 13. Jahrhundert und zeigt die Formensprache der apulischen Romanik: eine ruhige Fassade aus hellem Kalkstein, ein großes Radfenster über dem Portal, ein hoher Glockenturm. Geweiht ist sie der Madonna della Bruna und dem heiligen Eustachius, den beiden Stadtpatronen.
Der Standort ist keine Zufälligkeit. Auf der Civita begann die Siedlung; wer hier baute, baute auf dem ältesten Grund der Stadt. Dass die Kirche zugleich den höchsten Punkt einnimmt, war Absicht – sie sollte von beiden Vierteln aus sichtbar sein.
Außen und innen
Das Innere wurde in späteren Jahrhunderten barock überformt, sodass strenge Außenarchitektur und reich gegliederter Innenraum deutlich auseinanderfallen. Dieser Bruch irritiert manche Besucher – tatsächlich ist er die eigentliche Auskunft des Hauses: Man hat nicht neu gebaut, sondern weitergebaut, wie überall in dieser Stadt.
Sehenswert sind unter anderem Fresken, das geschnitzte Chorgestühl und eine Krippendarstellung aus Stein. Eine Kapelle bewahrt die Verehrung der Madonna della Bruna, um die sich das wichtigste Stadtfest dreht.
Das Fest der Madonna della Bruna
Einmal im Jahr wird ein aufwendig geschmückter Prozessionswagen durch die Stadt gefahren – und am Ende von der Menge zerlegt. Jeder will ein Stück davon behalten. Für Auswärtige wirkt das befremdlich, für Matera ist es der Kern des Jahres. Wer zu dieser Zeit in der Stadt ist, sollte lange vorher eine Unterkunft buchen.
Hinkommen und Aussicht
Wer von der Oberstadt kommt, erreicht die Civita über schmale Gassen ab der Piazza del Sedile. Vom Vorplatz, der Piazza Duomo, fällt der Blick auf beide Sassi – einer der wenigen Punkte, an denen man sie gleichzeitig sieht. Von hier lässt sich der Abstieg in eines der beiden Viertel gut beginnen.
Der Platz ist klein und tagsüber schnell voll. Früh am Morgen hat man ihn oft für sich.
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- Rione Civita – der Felsrücken, auf dem sie steht
- Piazza Duomo – der Platz davor
- Kirchen in Matera – die übrigen Kirchen der Stadt
- Palazzo Gattini – der Adelspalast nebenan

