Matera hat für seine Größe auffällig viele Museen, und sie unterscheiden sich stärker voneinander als anderswo: ein archäologisches Nationalmuseum, ein Landesmuseum in einem Palast, zeitgenössische Skulptur in Höhlenräumen, eingerichtete Wohnhöhlen, eine Ölmühle unter der Erde. Diese Seite ordnet sie danach, was man mitnehmen will.
Womit man anfangen sollte
Casa Noha ist kein Museum mit Vitrinen, sondern eine Vorführung: Die Geschichte der Stadt wird in einem alten Wohnhaus auf die Wände projiziert. Wer sie am ersten Tag sieht, versteht beim anschließenden Rundgang deutlich mehr. Danach ergibt alles Weitere mehr Sinn – deshalb steht sie hier vorn und nicht nach Bedeutung sortiert.
Wie hier gelebt wurde
Die Casa Grotta zeigt eine eingerichtete Wohnhöhle mit dem Mobiliar, das bis in die 1950er-Jahre üblich war: ein Raum für Familie, Vorräte und Tiere. Der Rundgang dauert wenige Minuten und verändert den Blick auf jede Tür, an der man danach vorbeigeht. Eingerichtete Höhlen gibt es mehrfach in der Stadt, unter anderem eine weitere im Rione Casalnuovo, dazu das Museo Laboratorio della Civiltà Contadina, das die Geräte der bäuerlichen Arbeit sammelt – Werkzeug, Hausrat, Handwerk.
Kunst
- Palazzo Lanfranchi – das Landesmuseum der Basilikata, von mittelalterlicher Sakralkunst bis zu Carlo Levis großformatigem Wandbild Lucania ’61.
- MUSMA – zeitgenössische Skulptur, teils in Höhlenräumen unter dem Palazzo Pomarici. Sehenswert auch für alle, die mit moderner Plastik wenig anfangen können.
- Das TAM – Tower Art Museum in einem Turmbau der Altstadt zeigt Wechselausstellungen.
Vorgeschichte
Das Museo Archeologico Nazionale Domenico Ridola erklärt, was der Wanderweg über die Hochebene nur andeutet: dass hier seit Jahrtausenden gesiedelt wird, lange bevor die ersten Höhlen der Sassi entstanden. Wer das neolithische Dorf auf der Murgia besucht hat oder besuchen will, findet hier die Funde dazu.
Handwerk und Alltag
Das MOOM zeigt in einer unterirdischen Ölmühle, wie Olivenöl hergestellt wurde – die Anlage selbst ist das Exponat. Casa Cava ist streng genommen kein Museum, sondern ein Veranstaltungsort in einem ehemaligen Steinbruch; wer abends etwas sucht, wird hier eher fündig als tagsüber.
Bei Hitze und bei Regen
Fast alle diese Häuser liegen ganz oder teilweise unter der Erde und sind deshalb kühl. An heißen Nachmittagen und bei Regen sind sie die vernünftigste Wahl – während draußen auf dem hellen Kalkstein weder Schatten noch Unterstand zu finden ist.
Weiterlesen
- Die Sassi di Matera – der Zusammenhang, den diese Häuser erklären
- Via Ridola – die Straße mit der höchsten Museumsdichte
- Die Höhlenwohnungen der Sassi – wie in den Räumen tatsächlich gelebt wurde