Kein Museum mit Vitrinen, sondern eine Erzählung: In einem alten Wohnhaus in den Sassi wird die Geschichte der Stadt auf die Wände projiziert. Der sinnvollste erste Programmpunkt eines Aufenthalts.
Das Haus
Casa Noha gehört dem italienischen Denkmalfonds FAI. Das Haus war jahrhundertelang in Familienbesitz und wurde der Stiftung übergeben. Statt es als Wohnung einzurichten, hat man daraus einen Erzählraum gemacht – die leeren Räume sind die Leinwand.
Die Vorführung
In mehreren Räumen laufen Projektionen, die die Geschichte Materas zusammenfassen: die Entstehung der Höhlensiedlung, das Leben in den Sassi, die Armut des 20. Jahrhunderts, die Umsiedlung der 1950er-Jahre, der jahrzehntelange Leerstand und die späte Wiederentdeckung. Bilder, Karten und Zeitzeugenstimmen wechseln sich ab; der Ton führt von Raum zu Raum.
Bemerkenswert ist, dass die Darstellung die unangenehmen Teile nicht überspringt. Die Umsiedlung wird weder als reine Befreiung noch als reines Unrecht erzählt, sondern als beides – was der Sache näherkommt als die meisten Kurzfassungen.
Wann besuchen
Am meisten bringt der Besuch zu Beginn eines Aufenthalts. Wer die Vorführung gesehen hat, versteht die Stadt beim anschließenden Rundgang deutlich besser: Die Terrassen, die Zisternen, die leeren Türöffnungen bekommen einen Zusammenhang. Umgekehrt bleibt vieles Kulisse.
Praktisch
Die Vorführung dauert etwa eine halbe Stunde und läuft in festen Abständen. Das Haus liegt in den Sassi und ist über Treppen zu erreichen. Für die Sprachfassung lohnt eine Nachfrage vor Ort.
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