Eine Stadt, in der Tausende in Höhlen lebten, hat zugleich eine Reihe von Adelspalästen – das ist kein Widerspruch, sondern derselbe Vorgang von zwei Seiten. Während unten am Hang der Fels erweitert wurde, baute man oben auf dem Plateau in Stein: Verwaltung, Kirche, Grundbesitz.
Warum es sie gibt
Als Matera Verwaltungssitz wurde und die Oberstadt sich auf dem ebenen Plateau ausbreitete, entstanden dort die Häuser derer, denen das Land ringsum gehörte. Ihr Baumaterial kam aus demselben Kalkstein wie die Höhlen darunter – oft buchstäblich: Der Stein für die Fassade stammte aus dem Raum, der beim Aushöhlen entstand.
Die bekannten
- Palazzo dell’Annunziata – die breite Front an der Piazza Vittorio Veneto, früher Kloster, heute Stadtbibliothek und Kino.
- Palazzo del Sedile – jahrhundertelang Sitz der Selbstverwaltung, heute Konservatorium. Aus den Fenstern hört man Übungsstunden.
- Palazzo Lanfranchi – ehemaliges Seminar, heute Landesmuseum, mit der bekanntesten Terrasse der Stadt davor.
- Palazzo Gattini – an der Piazza Duomo neben der Kathedrale, heute ein Hotel.
- Palazzo Pomarici – im Sasso Caveoso, auf Höhlenräumen gebaut, heute Sitz des MUSMA.
Die stilleren
Abseits der Plätze stehen weitere Palazzi, die kein Schild ausweist und die man leicht für gewöhnliche Wohnhäuser hält – etwa Palazzo Malvinni Malvezzi auf der Civita, Palazzo Bernardini und Palazzo del Casale. Sie sind in der Regel nicht öffentlich zugänglich; einige werden für Veranstaltungen geöffnet. Von außen lohnen sie trotzdem: An ihnen sieht man die Bauweise ohne die Aufmerksamkeit, die den Hauptplätzen gilt.
Worauf man achtet
Drei Dinge unterscheiden diese Häuser vom übrigen Bestand:
- Das Portal. Größe und Schmuck des Eingangs waren die eigentliche Statusaussage – nicht die Zahl der Fenster.
- Der Innenhof. Fast jeder Palast hat einen; wo ein Tor offen steht, lohnt der Blick hinein.
- Was darunter liegt. Auch diese Bauten stehen auf Höhlen und Zisternen. Beim Palazzo Pomarici kann man das im Museum begehen.
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- Altstadt von Matera – die Oberstadt als Ganzes
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